Die grössten Management-Fehler der letzten 30 Jahre

Eine Sammlung der klassischen Fehl-Entscheidungen - wenn Manager bei Strategie und Führung total versagen

Die bekanntesten 3 Beispiele für extrem schlechtes Management

Der Sturzflug der Swissair

Die einst hochangesehene und profitable Swissair wurde in den 90er Jahren von gleichermassen unfähigen wie Berater-gläubigen Managern geführt, die die wichtigsten Entscheidungen in die Hände von Management-Beratern legten.

 

Die Aktionäre wurden so Opfer einer unglaublichen Wertvernichtung.

 

Am Ende der langjährigen Beratung stand die Pleite, die Zahlungsunfähigkeit und die Übernahme durch die Deutsche Lufthansa: der Stolz der Schweizer Wirtschaft, der Vorstand der international von Kunden hochgeschätzten Fluggesellschaft hatte viel zu lange an volkommen überdimensionierten Expansions- und Diversifikationsplänen der McKinsey-Berater (Hunter Strategie) festgehalten, sicherlich kein Ruhmesblatt für die Cost-Cutter, denen zumindest der Teil der Unternehmensführung vertraut, der früher ebenfalls dort gearbeitet hat.

 

Der Steuer-Hinterzieher und ehemalige Post-Chef und Ex-Telekom-Aufsichtsratsvorsitzende Zumwinkel gehört zu diesem erlauchten Kreis von Unternehmenslenkern, die nach einer Berater-Karriere bei McKinsey in der Industrie Spitzenpositionen bekleideten.

 

Wer sich für den Fall Swissair interessiert, dem sei der Wikipedia-Artikel zu den Hintergründen der "Hunter Strategie" empfohlen.

Der Fall Daimler-Benz

Edzard Reuter (Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG von 1987-1995 ) ist ein gebildeter, hochanständiger und zugleich vollkommen überforderter und Technik-fremder Feingeist, dessen absurde Expansions-Pläne die Daimler-Benz-Aktionäre sehr viel Geld kosteten und dessen Untätigkeit im Kerngeschäft des Konzerns, im Automobil-Bereich, nachhaltig massive Marktanteilsverluste bescherte.

 

Während seiner Ägide überholte nicht nur der damals viel kleinere Konkurrent aus München die Stuttgarter, sondern setzte auch AUDI durch eine Mischung aus Innovation, Technik-Ästhetik und hervorragendem Marketing zum Überholmanöver an, bei dem ein gewisser Ferdinand Piech zeigte, was ein unternehmerisch orientierter Vorstand mit Affinität zu den Produkten des Konzerns, bewirken kann. 

 

Legendär und in bester Erinnerung für alle Zeitgenossen war sicherlich das Aufeinandertreffen von Martine Dornier-Tiefenthaler auf Edzard Reuter, in der die reiche und selbstbewußte Erbin den mächtigen Manager bei den Übernahme-Verhandlungen in einer Kaltblütigkeit und Respektlosigkeit vorführte, dass diesem der Spaß an der Schaffung eines integrierten Rüstungs-und Technologie-Konzerns gründlich verleidet wurde. 

 

Worin bestand nun der Hauptfehler? Ist es nicht schon oben deutlich hervor getreten, dann hilft hier eine Analogie: Wäre die Besetzung der strategischen Schlüsselposition einer Armee mit einem Kriegsdienstverweigerer klug zu nennen?

 

P.S.: Schrempp war danach sicher ein hervorragender General, aber ohne Fortüne, denn die Übernahme von Chrysler hat den Aktionären von Daimler-Benz das nächste Milliarden-Grab beschert, während die Konkurrenz Mercedes gnadenlos die Rücklichter präsentierte.

 

Porsche, AUDI, VW, BMW haben sich mittlerweile weltweit in einer beeindruckenden Weise besser positioniert und gehören in den BRICS-Ländern zu den gegenüber Mercedes bevorzugten Marken!

Der Fall Karstadt

Es hätte nach den verlorenen Jahren eines Deuss schon eines sehr erfahrenen Einzel-Handels-Managers bedurft, um Karstadt zu retten.

 

Dass die Wahl ausgerechnet auf einen Branchen-Ousider, den erfolgsverwöhnten, blitzgescheiten und polyglotten Middelhoff fiel, der bei Bertelsmann vorher in Ungnade gefallen war, hatte etwas von der vielbeschworenen "industriellen Logik", die gerne bei Übernahmen gesehen wird.

 

Tatsächlich sind im filialisierten Einzelhandel gute Kenntnisse des Immobiliengeschäftes vorteilhaft, aber Middelhoff hatte höchstens als Anleger Erfahrungen mit Immobilien.

 

Er sammelte diese Erfahrungen bei der Anlage der Millionen in Esch-Immobilien, die er als Bonus von Bertelsmann für die weitsichtige und hochprofitable Anlage in AOL-Aktien verdiente.

 

Esch hatte Grete Schickedanz Middelhoff für die angeschlagene Karstadt AG vorgeschlagen, an der die Quelle-Erbin massiv beteiligt war; ein riesiges Klumpen-Risiko, dass jeder Sparkassen-Auszubildender in der 2. Lehrwoche hätte erkennen können.

 

Nicht so die Milliardärin und ihre hochfeinen Berater, die die unausgewogene Vermögens-Verteilung noch verstärkten.

 

Am Ende stand der billige Ausverkauf der Karstadt-Immobilien, keinerlei Innovation für das Kerngeschäft, die Warenhäuser, der Verkauf aller werthaltigen Beteiligungen und die Insolvenz, andauernde Gerichtsverfahren, gegenseitige Anschuldigungen und eine Schlammschlacht in den Medien.

 

Die Beschäftigten, die Aktionäre und die Lieferanten haben sehr viel Geld verloren - Middelhoff hat es nicht verdient, derart mit Dreck beworfen zu werden - er hat genau seinen Job gemacht, nicht mehr und auch nicht weniger.

 

Wenn der Vorgänger seine Hausaufgaben gemacht hätte oder ein Handels-Manager vom Schlage eines Conradi nach der Ära Deuss Karstadt geführt hätte, wäre der Gang zum Insolvenzrichter nicht nötig gewesen.