Growth Hacking - nur für Startups?

Ist es nur der übliche Hype und die neueste Sau, die durch das digitale Dorf getrieben wird - oder ist da was dran?                         

Eine Brandrede für das Growth Hacking und gegen schlechten Mathematik-Unterricht.

von Michael Zachrau, Digital Marketing Strategist

Impressionen des Kölner Netzökonomie Camps #NÖC, Brand1-Titel-Juni-2015, Elite von morgen (Abiturfeier) und der Zaubertrank für Growth Hacker
Die Kölner Barcamp-Kontroverse zeigte, dass Nerds und 'Netzgemeinde' von der 'klassischen Wirtschaft' immer noch nicht ernst genommen werden. Sie kamen nicht mal zu Wort vor lauter Industrie 4.0 Worthülsen und Tchakka-Marketing...

Im Nachgang zu dem Gespräch mit Gunnar Sohn, den die Industrie 4.0-Rhetorik mindestens genauso nervte wie mich,  gehe ich für die Freunde des schriftlichen Wortes - viele ertragen Video ja nur, wenn es auch echten Mehrwert liefert gegenüber anderen Formaten -  mal auf diesen schillernden Begriff ein, der seit ca. 2 Jahren in Startups in aller Welt für leuchtende Augen und feuchte Hände sorgt. Ähnlich wie Exit oder Break Even. Ja, erfunden schon 2010, wurde er erst richtig geprägt  seit 2013. In Deutschland kennt den Begriff heute noch keiner im Mainstream, das wird sich vermutlich durch diesen Artikel ändern.

 

Übrigens:  Wer sagt, er sei ein Growth Hacker, ist wahrscheinlich keiner. 

 

Growth Hacking

Wenn jetzt einer glaubt, ich definiere den Begriff noch mal komplett, den muss ich enttäuschen. Und wir hätten dann zusammen auch das Internet nicht verstanden. Redundanter Content, völlig unnötig, wie so vieles im Netz. Dafür gibt es seit Berners-Lee-Zeiten etwas ganz ausgeflippt Neues, die sogenannen Hyperlinks, das sind so markierte Begriffe, die man anklicken kann, und die dann auf andere Inhalte im Netz verweisen: z.B. Wikipedia-Growth-Hacking Begriffsklärung.  Mir gefällt vor allem noch diese englische Definition

Bis später also, macht Euch bitte erst mal extern schlau, bevor Ihr weiterlest.


Wem Google und Wikipedia grob eine Orientierung gegeben haben (das können die meist schon ganz gut, bilslang jedenfalls) der hat nun eine ungefähre Vorstellung von diesem Shooting Star Keyword bei Google Trends. Irgendwie non traditional Marketing, ein bißchen SEO, Content Marketing, Programmierung und vor allem ganz viel Analytik.

Gehen wir den beiden Begriffen noch ein bißchen nach, loten wir aus, was die spezielle Mixtur ausmacht.

Hacking

Hacking ist schräge, das sind doch die Hacker, die in Firmennetze einbrechen.

Sehen wir es mal so. Manche akademisch hochdekorierten IT-Manager sind einfach nicht in der Lage, die Tür richtig zu schliessen und vielleicht auch zu bequem oder zu kostengetrieben dazu.

Bundesweites Aufsehen erregte seit Einführung des BTX-Systems der Chaos Computer Club, der immer wieder in spektakulären Einzelaktionen Sicherheitslücken in Computersystemen nachwies.

Die Post, die Hamburger Sparkasse uvam. wurde damit öffentlich vorgeführt, wie schwach und verwundbar der Schutz ihrer vorher für absolut sicher gehaltenen Systeme war.

Aktuelles Beispiel 1: Hackerangriff auf den Deutschen Bundestag,

Beispiel 2: Hacker knacken Computer-System von Airline LOT,

Beispiel 3: ISIS hackt Websites deutscher Unternehmen etc.


Im übrigen sind Hacker immer die Bösen, jedenfalls in Deutschland.  Im englischen Sprachraum bedeutet Hack so viel wie Trick, Abkürzung, Kniff. So gibt es für so gut wie alles einen Hack. Hacker sind im angelsächsischen also nicht unbedingt die Bösen, sondern eher die Findigen.


Edward Joseph „Ed“ Snowden, der US-amerikanische Whistleblower (etwa lernte die Skills, die er brauchte, um sich heimlich in einen NSA-Computer zu schleichen, auf dem er hochgeheime Dokumente sammelte, die er zur Enthüllung an Wikileaks weitergab - in einem NSA-Seminar, das IT-Sicherheits-Spezialisten vermitteln sollte, zu denken wie Hacker. Mittlerweile wird zwischen White-Hat (das waren im Western der 50er Jahre in den USA immer die Guten) und Black-Hat-Hackern (gut unterscheidbar ;-)) die sich nicht an Gesetze halten, in Systeme einbrechen um Daten zu stehlen oder die Systeme für dubiose andere Zwecke zu nutzen.

 

Growth

Wachstum, am liebsten viral, das wollen wir doch alle. 

Für die, die Wachstum noch wollen und auch noch ein bißchen Gewinn:

Es gibt Methoden, die erkannte Schwachstellen von APIs und Algorithmen nutzen. Diese Schwachstellen werden über analytische Verfahren als Pattern oder Anomalien erkannt, so z.B. bei der SEO. Und da kennen wir doch schon mal wenigstens die wichtigsten Akteure, es sind sogar 2 Deutsche dabei. Warum SEO aber schwierig und hoch-dynamisch ist und nicht das ist, was Ihr jetzt denkt, erkläre ich jetzt hier einmal öffentlich (sonst immer nur im kleinen Kreis meiner Kunden)

Protagonisten ändern ihre Namen

Leute wie der geniale Entwickler Markus Tober in Berlin (Gründer von Searchmetrics) oder der ebenso begnadete Chef von onpage.org, Marcus Tandler,  Legenden wie Rand Fishkin (MOZ) sind die Champions der SEO-Szene. Sie sagen aber nicht mehr "SEO" zu dem, was sie tun, weil die meisten Menschen damit einerseits nur noch primitive, manipulative Maßnahmen wie Keyword-Stuffing und Link-Spamming assoziieren, die von Google abgestraft werden und andererseits aggressive und penetrante Telefon-Verkäufer, die einen jeden Tag mindestens 3 mal daran erinnern, wie schlecht die eigene Website 'rankt', d.h. bei Google in den Suchmaschinen sei die Firmen-Website kaum sichtbar.

SEO ist in den letzten Jahren derart in Verruf geraten, dass der Superstar der Szene, Rand Fishkin sogar seine Firma von SEOmoz in MOZ umbenannt hat.  Keine optimale Voraussetzung, um jetzt risikoscheuen deutschen Managern die überragende Bedeutung von SEO für Ihren Online-Erfolg nahezubringen. Muss aber getan werden, denn die Suchmaschine Google ist die wichtigste Traffic-Quelle und was fast noch wichtiger ist: Sie verschenkt quasi den organischen (natürlichen) Besucher-Traffic an denjenigen, den ihr Algorithmus für den relevantesten Content-Produzenten hält.

 

SEO klingt jetzt irgendwie technisch, Programmierung sowieso, mit Content Marketing dagegen können mittlerweile die meisten etwas anfangen.


Problem 1: Qualitäts-Content ist SEHR teuer. Und ja, Data Science, Analytik, vielleicht können wir darüber viral wachsen, da sparen wir jede Menge Content.


Problem 2: Jetzt brauchen wir plötzlich technisch orientierte Menschen mit sehr guten Programmierkenntnissen und analytischen Fähigkeiten.

Also Nerds!

Nerds?
O-Ton eine HR-Frau: "Die haben wir doch gerade in ein sozialpädagogisches Umerziehungslager gesteckt, damit die sozialer und teamfähiger werden." Oder : "da haben doch neulich die beiden autistischen Spinner, die immer mit dem Fahrrad kamen und einen Hoodie trugen (wie einst Zuckerberg) gekündigt. Wir wußten eh' nicht, wie wir die integrieren sollten. Die passten bei uns nicht rein."

 

So oder ähnlich häufen sich wohl die Missverständnisse landauf landab, nicht nur auf dem Kölner Netzökonomie Campus mit Käsekuchen, die dankenswerterweise die Barcamp-Kontroverse auslöste.

 

Nerd-Kultur? Wird in Deutschland noch verspottet und verachtet

Deutschlands Unternehmen haben den Wert genialer Programmier noch kaum erkannt, diese werden dagegen im Silicon Valley und mit Abstrichen auch in den gesamten Vereinigten Staaten extrem hoch bewertet. Zu Recht. Denn "ohne die Nerds keine digitalen Tipping-Points."(schöner Satz, danke Gunnar). 
Denn deren Know how bildet meist das intellektuelle Kapital der Unternehmen. Dort werden Entwicklern rote Teppiche ausgerollt, Firmen wie Google, Apple, Facebook und Amazon befinden sich mit allen anderen Internet-Unternehmen regelrecht im epischen "war for talent". Noch vor wenigen Jahren galten Investmentbanker und Analysten als die höchstbezahlten Stars, durch die Bankenkrise 2008 im Zuge der Lehmann-Pleite und die bekannt gewordenen Betrügereien an Wall Street hat die Anziehungskraft und der einstige Glanz von Häusern wie Goldmann Sachs auf den akademischen Nachwuchs aber erheblich nachgelassen, während Top-Programmierer mit astronomischen Beträgen und unglaublichen Freiheiten abgeworben werden.

Der Xing-Gründer Lars Hinrichs hat es schon 2013 richtig formuliert: "Liebt Eure Coder.“ Denn noch mehr als Geld schätzt der gemeine Coder (homo codus) Aufmerksamkeit, Freiheit und Anerkennung.

 

Allenfalls in Berlin und in wenigen Lofts in Städten wie HH, K, D, M sind Ansätze zum Umdenken zu erkennen, s. Juni Titel (2015)  brand eins.

Silicon Valley - das Versailles des 21. Jahrhunderts

Das Silicon Valley Ökosystem aus den Global Player-Unternehmen, Start Ups, Universitäten, Mitarbeitern, Investoren, Beratern, Journalisten, Bloggern und VCs ist genug beschrieben und besungen worden.


Wer wissen will, wie anziehend dieses Kraftfeld ist, wie dort Unternehmen geboren werden und sehr groß werden, muss kein Insider sein. 


Das wäre noch vor 20 Jahren notwendig gewesen, denn diese Informationen haben ohne das Internet und v.a. die sozialen Medien früher nur über etablierte Medien die interessierte Öffentlichkeit erreicht. Heute ist der Grad der Informiertheit von den aktuellen Quellen und Kontakten im Netz abhängig, dabei spielen Twitter und LinkedIn die Hauptrollen, das musste zuletzt wohl selbst Google einsehen.

 

Globale Netzwerk-Perspektive Social Media

Über ein Netzwerk aus Twitter- und LinkedIn-Kontakten, aus Google-Suche und News-Aggregatoren, ist es möglich, einen sehr hohen Grad der aktuellen Informiertheit zu erreichen. Eine Riesen-Chance für uns, denn in vielem können wir in Deutschland den Vorsprung der Amerikaner nutzen wie einen Blick in die Zukunft.

Was ganz falsch läuft in Deutschland

Jürgen Stäudtner, hat es klar und so kenntnisreich wie unterhaltend in seinem Bestseller "Deutschland im Innovationsstau" beschrieben. Innovation ist nun wahrlich seit Jahrzehnten keine Domäne der Deutschen mehr.

 

Als sensibler Künstler und ausgewiesener Unternehmens-Berater spürt, weiss er:
Deutschland/Europa steht digital vor einer riesigen Wand.

Kreativität und Unternehmertum, Risiko und Spielen (außer Fußball natürlich) sind Disziplinen in denen Deutschland eher katastrophal abschneidet.

Das sind aber exakt die 4 Türen, um die Wand zu überwinden.

 

Tatort Schule

Auf diese 4 Disziplinen kommt es aber in der digitalen Ökonomie immer mehr an. Sind unsere Schulen darauf ausgerichtet? Oder bilden sie Material aus für Schmalspur-Bachelor, qualifiziert für Assi-Tätigkeiten, um Konzernlenkern Täschchen zu tragen und Präsentationen zu erstellen? Für stromlinienförmige Verwaltungs-Juristen, die den höheren Dienst anstreben und davon träumen einst ein Finanzamt zu leiten?

Nehmen wir nur mal den Mathematik-Unterricht. Mathematik erlaubt die Berechnung der unternehmerischen Risiken und Algorithmen zur Lösung aller möglichen Anwendungsfälle.


In Deutschland ist der Tatort des Mathematik-Unterrichts mit einer Mehrzahl von pädagogisch und didaktisch beliebig schlechten Mathe-Paukern schuld an einer unheilvollen Präferenz der Laber-Fächer und an einem Output von viel zu wenig Mathematikern und zu gringen Mathematik-Kenntnissen bei der Gesamtheit der Absolventen. Note: mangelhaft.


Oder Informatik?

Der Informatik-Unterricht wird überwiegend von leidenschaftslosen, langweiligen und einfach nur unfähigen Mathe-Lehrern gehalten, die meist in ihrem Leben noch keine einzige App oder Website gebaut haben, oder gar ein Computerspiel entwickelt haben.

Begeisterung wecken: Fehlanzeige. Durch einen Unterricht, der Gamification-Ansätze anwendet, lässt sich die Lern-Motivation beliebig erhöhen: Häh? Das kam natürlich beim Studium vor 20-30 Jahren nicht vor, da müsste man dazulernen. 


Dröge, sachlich, bräsig, am liebsten mit Frontalunterricht. Ich spreche nicht von allen Lehrern, es gibt sie, die tollen Ausnahmen. Aber bei der Rekrutierung und bei der Ausbildung der Lehrer wird leider seit Jahrzehnten so viel unglücklichst von der Politik und von den Verbänden herumgedoktert, dass das Ergebnis jedenfalls in den meisten Fällen ist, dass die allermeisten Mädchen und auch sehr viele Jungs den Unterricht nicht überleben und für die Mathematik und Informatik verloren sind.

Die Manager der Deutschland AG - viele Blender und Controller

Gleichermassen siegesgewisse wie ignorante Manager haben zum größten Teil gelernt, dass sie über Anpassung und Duckmäusertum strebsam an die Spitze kommen. Als „Spoiled Child“ achten sie eifersüchtig auf ihre Privilegien. (Motto: "Männer, die auf Firmenwagen starren"). 

 

Es wird verwaltet, gemänätscht eben - aber nicht erobert. Es wird kostenoptimiert und gedownsized, beste Beispiele die glücklose Commerzbank und Karstadt.

Hier haben die Controller nach den Blendern das Sagen, Ideen: Fehlanzeige. Glaubwürdigkeit: Zero. Motivation: Horror vor der nächsten Umstrukturierung. Selbstbesoffene, ultraarrogante Tchakka-Dampfplauderer wie Middelhoff haben den Konzern in Grund und Boden gemanagt. Eine einzige Idee: Fehlanzeige. Stattdessen gewohnt selbstherrliche und vollkommen uneinsichtige Auftritte, dass den Richtern und den eigenen Anwälten am Landgericht in Essen die Spucke wegblieb und nichts anderes übrig blieb, als einmal die Gesetze auch gegen einen Gottkönig und Imperator anzuwenden. Die Mitarbeiter: augenreibend.

 

Otto Beisheim, der legendäre Metro-Gründer hatte sich seine Idee des Cash- und Carry-Marketes aus den USA geholt. So etwas wäre heute für Leute, die es besser wissen müssten, wie Herrn Zetsche undenkbar. Daimler Benz habe ja schließlich das Auto erfunden, da wird man von solchen branchenfremden Unternehmen Apple und Google nicht um den Schlaf gebracht. Und überhaupt: Tesla! Die machen ja noch nicht einmal Gewinn...

Heute bevölkern eher kinderlose Doppelverdiener Lehrer-Ehepaare aus Detmold und Ingolstadt als Touristen die Strassen New Yorks und San Franciscos oder deutsche Steuerberater fahren auf der Harley über die Route 66 und fühlen sich wie Peter Fonda in "Easy Rider". Inspiration aus USA holt man sich allenfalls über Netflix-Serien wie Mad Men oder House of Cards. Wenn der Springer-Konzern seine Topleute ins Silicon Valley fahren lässt, gilt das schon als Sensation und zeigt, wie weit die deutsche Unternehmensrealität eigentlich entfernt ist. Es ist eine Reise in die Zukunft. 

Conclusio: Subversion und ein chinesisches Strategem

Was macht man nur, wenn (fast) alles falsch läuft?

 

Subversion

Hypothese: Eine Überlebenschance in einem Powerplay der ganz Grossen haben nur wendige kleine Einheiten.

 

Im Spiel 'David gegen Goliath‘ sind Steinschleudern mit großer Präzision, ist der Überraschungsangriff die Taktik der Wahl. Das ist der Ausgangspunkt vieler StartUps in aller Welt. Das Geld reicht nicht für eine große Marketing-Kampagne, klassischer Vertrieb ist ebenfalls meist viel zu teuer und ineffektiv.

In vollständiger harter Konkurrenz ist das Growth Hacking im Silicon Valley entstanden. Die Prinzipien dieses Codes, die Grammatik dieser Verfahren können gerade auch die kleinsten Unternehmen lernen und anwenden. 

Das wäre die Anwendung des chinesischen Strategems Nummer 7: Aus einem Nichts etwas erzeugen. 

Durch die hervorragende Datenlage und Vernetzung im Sozialen Netzwerk (wenn wir es denn endlich alle nutzen und dessen Wert erkennen) sind wir in Deutschland nur einen Klick von echtem Wissen und wertvollsten Informationen entfernt.

 

Und es sind nicht nur, einem verbreiteten Vorurteil deutscher Führungskräfte folgend, Spinner, Netzaktivisten, Marketing-Spammer, Esoteriker, Verschwörungstheoretiker, Trolle und Vollidioten, die die sozialen Netze nutzen. Nein, es sind auch findige und pfiffige Journalisten, PR- und Marketing-Fachleute, Personaler, IT-ler, Entwickler, Berater, Forscher, Politiker und Unternehmer dabei. Natürlich auch Verbraucher, Hobbyisten und einfach Privatleute. Nur einfach in Deutschland viel zu wenige - da sich das Vorurteil gerade auch bei Leuten hält, die es längst besser wissen müssten. Und weil man ja wegen Datenschutz, Privatheit und so auch dagegen sein muss. Motto: Schliesslich dürfen wir uns ja auch nicht alles gefallen lassen. Vielleicht sind viele einfach nur zu bequem und zu schüchtern, ins Netz zu gehen. Nur Mut, es wird Zeit.

 

Wie nutzt zum Beispiel der KMU (SMB) Vice President Europe von IBM, Simon Porter die sozialen Netzwerke: 

Klout ir-rel-le-vant?

Und dabei nutzt Herr Porter auch Möglichkeiten, seinen Klout-Score zu erhöhen, betrachtet das sogar als eine wesentliche Voraussetzung, um sichtbar zu werden:

Er ist Mitglied im Klout70-Club und berichtet dort freimütig über seine Social Media Routine, und wie sehr ihm dies im Geschäft hilft. 

 

"I have established some very trusting, strong relationships  as a result of this, with people I would never have traditionally come across, and this has benefited me as an individual and I can associate significant business as a result of this."

Soziale Netzwerke und daraus resultierendes Marktwissen klug und nachhaltig anzuwenden, hilft zumindest den einzelnen Unternehmen, bevor Politiker, Verbände, Blender und Dampfplauderer wieder die Welt mit neuen Gesetzen, Powerpoint-Folien und Tchakka-Vorträgen und Förder-Programmen retten werden.

 

Rettet Euch selbst, Industrie 4.0 Rhetorik allein ist Bullshit Bingo!

Die wichtige Initiative hat den Mittelstand bisher überhaupt nicht erreicht.

Die Koordination erinnert an den Berliner Flughafen.
3 Ministerien, viele Verbände, viele gute Köpfe - aber eine technizistische Orientierung, die am Mittelstand vorbei plant.
Ganz wenig Macher mit Zugang zu den kleinen Unternehmen, sowie zum Handwerk, dem Rückgrat der Deutschen Wirtschaft. 


Es ist schon richtig, wie Winfried Felser, seines Zeichens Kompetenz-Netzwerker und begnadeter Redner, Interviewer und Visionär es apokalyptisch zusammen fasste: Industrie 4.0 R.I.P. (für alle sprachlich nicht ganz so versierte Kollegen: RIP=Rest in Peace=Ruhe in Frieden)

Übrigens, an alle deutschen Klout-Enthaltsamkeits-Fanatiker.

Es gilt: 

Valley VCs won’t consider you below Klout 70.

 


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Thank you.

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Kommentare: 6
  • #1

    gsohn (Montag, 06 Juli 2015 18:10)

    Da fehlt natürlich die Einbettung des Videos :-) <iframe width="853" height="480" src="https://www.youtube.com/embed/Cel1xSAAI9M?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>

  • #2

    Michael Zachrau (Montag, 06 Juli 2015 18:25)

    Klar, Gunnar - hast ja recht - für Deine Fans, Friends & Peers und Dich natürlich auch auf Video!!! Link ist eingebaut. s.o. OMG, wie konnte ich das vergessen?
    Ich sehe mir am liebsten auf YouTube nur kurze Formate an - unsere Themen liebe ich entweder live auf Sendung oder als Post.

  • #3

    gsohn (Dienstag, 07 Juli 2015 13:35)

    Eher für Dich, Michael. Schließlich steht der Growth Hacking-Experte im Vordergrund.

  • #4

    gsohn (Dienstag, 07 Juli 2015 13:39)

    Wo hatte Beisheim als Sattlermeister eigentlich die Kohle her, um aus dem Stand die Cash-and-Carry-Märkte aus dem Boden zu stampfe?. Er hatte sich doch vor Kriegsende (!) in die Schweiz abgesetzt und kam zu einem bestimmten Jahr erst wieder nach Deutschland zurück. Warum wohl.....?

  • #5

    Michael Zachrau (Dienstag, 07 Juli 2015 13:59)

    Otto Beisheim hat das Geld für die Metro-Expansion 1967 von der Haniel-Familie bekommen, diese Ruhr-Dynastie hatte in 250 Jahren mit Kohle, Stahl, Transport, Tabak und Tee ordentlich Gewinn gemacht. Die Anfänge 1964 in Mülheim a.d. Ruhr hat Schmidt-Ruthenbeck mitfinanziert. Über seine Zeit bei der Waffen-SS ist nicht viel bekannt.

  • #6

    gsohn (Dienstag, 07 Juli 2015 17:31)

    Steht in Wikipedia. Es geht um die Lücke in seiner Biografie, die zwischen 1941 und Ende 1949 klafft.