SEO jetzt schon im Kindergarten?

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Panda Auswahl in Chengdu

von Michael Zachrau

 

Irgendwo in Deutschland, sagen wir Düsseldorf Oberkassel:

Gerade ist einer der Praktikanten auf einer Pizza ausgerutscht. War seit 72 Stunden nicht mehr zu Hause. Der Relaunch der Website ist um 3:55 Uhr endlich fertig geworden. Die Datenbank hat bei der Übernahme der Katalog-Daten Zicken gemacht, aber das konnten wir manuell abfedern.

 

Nur 4 Monate später als geplant.

Sieht super aus.

Responsive, klar.

HTML5, logisch.

Kein Flash, natürlich.

Tolles Design, wunderschöne Icons. 

Also alles klar? Dreimal JAHAAA!

 

Ja, alles klar - aber noch ohne organische Besucher von Suchmaschinen wie Google.

 

Themen wie Reichweite und (organische) Sichtbarkeit sind bei der Programmierung, beim Design, beim Entwurf, bei der Navigation, beim Inhaltekonzept und beim Kommunikationskonzept nicht so im Fokus gewesen.

 

Die Website soll ja primär den Besuchern gefallen und nicht Google, oder?

 

Ja, wir haben gedacht, wir machen erst mal die Website und schaffen coole Inhalte und dann machen wir irgendwie noch ein bisschen SEO. Oder hätten wir das schon bei der Planung berücksichtigen müssen/können?

 

Ja, wir glauben bis heute, dass wir selbst am besten wissen müssten, wie SEO funktioniert.

 

Leider aber schrauben die Suchmaschinen permanent an den Algorithmen herum und das, was wir für richtig gehalten haben, könnte mittlerweile auch schon überholt sein. Wir sind nicht sicher.

Von Website-Ruinen

So oder ähnlich werden ständig Websites gebaut, die bestenfalls Geheimtipps bleiben. Selbstbewusste Web-Entwickler wissen, wo es lang geht, bis Marketing und Geschäftsführung merken, dass der Schuster besser bei seinem Leisten geblieben wäre. Denn der erhoffte nachhaltige Schub bei den Besuchern bleibt regelmäßig aus oder ist nur ein kleines Strohfeuer.

Dann ist guter Rat teuer - und in dieser Situation werden häufig Berater wie ich konsultiert.

Das ist die Standardsituation, eine Ausgangslage mit sehr vielen ungünstigen Festlegungen.

In vielen Fällen gelingt es dann, Maßnahmen zu identifizieren, die eine nachträgliche Suchmaschinenoptimierung ermöglichen. In anderen Fällen lassen sich diese Optimierungs-Maßnahmen jedoch nicht umsetzen, da der Programmieraufwand höher wäre als die gesamte Website. Solche Ruinen sind Waisenkinder, nur selten übernimmt jemand dafür die Verantwortung und macht dies publik. Meiner Erfahrung nach passiert das aber in 9 von 10 Fällen und ist geradezu typisch.

Wo Sichtbarkeit anfängt

Es hat in den letzten Jahren aber ein Umdenken begonnen, immer mehr Firmen haben diese leidvolle und frustrierende Erfahrung gemacht und daher versuchen diese bereits frühzeitig Überlegungen in Richtung Suchmaschine zu berücksichtigen. Da sie auch wissen, dass man für SEO Keywords benötigt und den Zusammenhang zwischen relevantem Content und exzellenter Sichtbarkeit verstanden haben, lassen sich viele meiner Kunden bereits in der Website-Konzeptphase beraten. Wir sprechen in dieser Phase mehr über die Zielgruppen, die Value Proposition und die USPs, also über Marketing-Kategorien als über technische Kategorien, wie die richtige Länge der Title-Tags und die Geschwindigkeit der Website.

So entsteht die Grundlage für die "richtigen", nämlich konversionsstarken Keywords und es entstehen die Ideen für die Settings, in denen die Buying Personas unserer Kunden abgeholt werden können. Ob es nun über die Probleme, wie die "brennende Ölplattform" oder die Potentiale, das "verheissene Land" geht, immer liegen Narrative zugrunde, die erzählt werden können.

...und Reichweite konvergiert

Die Technologie als enabling technology  muss die Reichweite unterstützen, in dem der Prozess der Medien-Einstellung und Aktualisierung (das bedeutet Content Management) so vereinfacht wird, dass die inhaltlich Verantwortlichen keine Techniker sein müssen und dennoch sehr viele Gestaltungsfreiheiten haben.

Google ist auch hier mit von der Partie: Ohne die Erfüllung der aktuellen oder branchenspezifischen hinreichenden Bedingungen wird der Kanal-Eigentümer Google seinen nicht zahlenden Zuschauern (Besuchern) die Webseiten nicht zumuten. Webmaster können diesen Status regelmäßig sehr gut daran erkennen, dass ihre Website unter zahlreichen Keywords auf den Rängen 12-100 der Google-Suchergebnisliste auftaucht.

Mit dieser SERP-Struktur weist eine beliebige Website eine minimale Reichweite auf.

Diese "unsichtbaren" Seiten weisen zueinander einige Ähnlichkeiten auf, wie auch die reichweitenstarken Websites auffällig viele Gemeinsamkeiten kennzeichnen. Mit den Abweichungsanalysen der SEO-Tools (z.B. Searchmetrics, onpage.org, Sistrix) erkennen nun viele Webmaster, was sie alles tun müssten, um zur Spitzengruppe zu gehören.

Leider ist vieles von dem, was da vorgeschlagen wird,  mit den bestehenden CMS nicht wirtschaftlich umsetzbar und viele Entscheidungen erweisen sich nun als Fehlentscheidungen.

"Hätten wir das gewusst, hätten wir niemals Joomla (Typo3, Wordpress etc.) genommen" oder "Das hat uns niemand gesagt" sind typische Ausrufe.

SEO von Anfang an

Wer für teure Experimente nicht die Kunden und das Geld übrig hat, sucht sich den SEO-Berater seines Vertrauens und achtet bei der Website von Anfang an darauf, dass Google sein Opfer bekommt. 

Eine kleine Analogie fällt mir ein: Wer würde denn so dumm sein einen Flughafen (Haus, Philharmonie) zu bauen und erst im Nachhinein versuchen, es brandschutztechnisch (energieeffizient/neue Vorgaben) nachzurüsten? 

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Kommentare: 1
  • #1

    Jürgen (Donnerstag, 29 September 2016 11:05)

    Lustiger Artikel Michael!