Griechenland hat seine korrupte Elite abgewählt

Der Wahlsieg des Alexis Tsipras und seines Parteienbündnisses Syriza dürfte niemanden überrascht haben. Nun wird der Scherbenhaufen offenbar, den der Merkelismus angerichtet hat.

Griechenland wird erst gesunden ohne Euro

Bei aller Bestürzung der Polit-Akteure über den Wahlausgang  in Griechenland wird nun bereits sehr laut nachgedacht, ob man den Griechen nicht einen großen Teil der Schulden erlässt.

 

Die Politik hat sich selbst dazu vor 3 Jahren legitimiert (s. Artikel EFSF), durch Steuergelder einseitig unprofessionell wirtschaftende Banken in Schieflage zu retten. Was ist, wenn die Griechen etwas einfach ausdrücken, was nicht falsch sein muss: Griechenland passt nicht in die Euro-Zone und ist auch durch brutalstmögliches Kampfsparen nicht zu retten, sondern reisst sich damit nur noch mehr in die Katastrophe.

 

Geht es Deutschland, wie das einige politische Märchen-Erzähler immer wiederholen, wirklich nur wegen der Einführung des Euro (2001) so viel besser als seinen Nachbarn? Oder haben die knallharten Hartz IV Gesetze + Agenda 2010 + Innovationskraft und Qualität der Deutschen Maschinenbau-, Chemie-, Elektro- und Automobilindustrie (Piech, um mal einen ganz Großen zu nennen) + Nettolohn-Einbussen + Bildungs-Niveau + historisch sehr niedrige Steuern zusammengewirkt und haben damit den Exportmotor und den Arbeitsmarkt auf auf Hochtouren gebracht? Das deutsche Konjunktur-Wunder nur wegen der Euro-Einführung? Wer's glaubt!

 

Den Griechen kann man nur gratulieren, während unsere Regierung längst an den Rand ihrer Legitimation geraten ist und deren Repräsentanten zu Sprechpuppen der Banken-Lobby verkommen sind. Die Zocker-Banken haben ihre Griechenland-Anleihen an die EU-Steuerzahler  verhökert und sind nun fein raus. Jetzt auf einmal ist der Ausstieg der Griechen aus dem Euro kein großes Problem mehr.

 

Das Kaputtsparen hat Griechenland jedenfalls nicht gerettet und weder die Reformunfähigkeit des Landes mit seinem durch und durch korrupten System, noch seine geradezu byzantinische Bürokratie gebändigt. Vielleicht kommt Syriza bald auf den Gedanken, von ihrer stinkreichen Elite, die in Griechenland nicht einmal Steuern zahlt, mal so etwas wie einen kleinen Beitrag, einen kleinen Lastenausgleich zu fordern. Fair wäre es. Aber man wird es gleich Kommunismus nennen...

 

Sicher wird der neue Ministerpräseident Alexis Tsipras bald einen Schuldenschnitt fordern und auch bekommen, 50-60% Haircut dürften reichen. Außerdem wird er die Zinsen und Tilgungen gestreckt bekommen, so wie sich das unter Partnern gehört. Was Merkel bisher dort einforderte, war eine Schande für Deutschland. So verhandelt man nicht mit Staaten, nicht mal wenn sie den Krieg verloren haben, das sollte Deutschland doch noch wissen. 

Als Physikerin verfügt Merkel wohl leider nicht über genug Hintergrundwissen im Fach Geschichte, jedenfalls nicht über die eines promovierten Historikers, hier hätte Altkanzler Helmut Kohl am Ende gewusst, wie er mit den Griechen umgehen muss.

 

Angesichts 50% Jugendarbeitslosigkeit und riesiger Altersarmut ist der Wahlausgang nur zu verständlich und eine Riesenklatsche für den Merkelismus, für den sich kaum mehr Anhänger in Davos auf dem WEF fanden. 

 

Die "schwäbische Hausfrau" hat in der globalisierten Wirtschaft nur noch einen peinlichen Erinnerungswert, andere (Krugman & Co., EZB, USA) sind da schon weiter...

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