Telekom von Richtern gestoppt: Landgericht Köln erklärt DSL-Drosselung für unzulässig

Imageschaden der Telekom weitet sich aus, "Drosselkom" wird von Internet-Aktivisten und Verbraucherschützern öffentlich vorgeführt

von Michael Zachrau, Köln

LG Köln und Telekom in Kölner Stadtpanorama
Herbstliche Ansicht von Köln mit Telekom-Fernsehturm (Colonius) und LG Köln

Was ist in Köln schon wieder los?

Die Kölner Richter machen schon wieder Ärger. Die Verbraucherzentrale NRW hat in einer vielbeachteten Klage vor dem Landgericht Köln Recht bekommen: Die Deutsche Telekom darf die DSL-Geschwindigkeit bei Pauschaltarifen nicht drosseln.

Ist das wichtig?

Das Urteil wird von allen DSL- und sonstigen Telekommunikations-Anbietern sehr ernst genommen. Durch den selbstinszenierten ruinösen Preis- und Verdrängungswettbewerb mit Flatrates war der Vorstoss der Telekom unter Insidern allgemein zwar für notwendig erachtet, aber mit stiller Freude über den damit ausgelösten Imageschaden verfolgt worden.

 

Urteil ist noch nicht rechtskräftig: Telekom wird wohl in die nächste Instanz gehen

Die Freude und der Jubel über den "Sieg" der Verbraucherschützer ist verfrüht. Da das Urteil (Az. 26 O 211/13) noch nicht rechtskräftig ist,  kann die Telekom noch in Berufung gehen. Dies wird von der Telekom nahestehenden Kreisen allgemein erwartet.

Meine völlig subjektive Meinung

Dies ist ein freies Land. Jeder kann so lange in die Berufung gehen und klagen, bis er zufrieden ist. Wie das bei Kunden ankommt, ist eine andere Frage. Ich würde als Telekom zukünftig mehr auf meine Reputation achten als auf meine Rechtsberater und Marketing-Fuzzis hören. Letztere haben nämlich den Schlammassel zu verantworten.

Die Kompetenz und die Kundenfreundlichkeit der Telekom leidet unter solchen öffentlichen Schlachten. Diesem Krieg sollte jeder kluge Feldherr aus dem Wege gehen.

Merke: Der Klügere gibt nach;-)

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Kommentare: 1
  • #1

    Steffen (Donnerstag, 21 November 2013 08:31)

    Neue Kunden gewinnt die Telekom durch ein solches Verhalten ganz sicher nicht. Aber man sollte zumindest versuchen, bestehende Kunden zu behalten, aber nach dieser ganzen Aktion mit der Drosselung zieht es viele Nutzer zu der Konkurrenz und darüber sollte sich ein Unternehmen wie die Telekom doch mal Gedanken machen.