Bannersbroker - eine Erfolgsgeschichte?

von Michael Zachrau, Köln (25.10.2013)


Warum mittlerweile zu 100% feststeht, dass Bannersbroker von Anfang an ein unseriöses Geschäftsmodell war

 

 

Für wen könnte dieser Artikel interessant sein:

  • Wer wissen will, warum wir zu dem Schluss kommen, dass Bannersbroker von Anfang an ein unseriöses Geschäftsmodell war, sollte diesen Artikel lesen.
  • Für diejenigen, die diesen Artikel lesen, weil sie ihr Geld bei Bannersbroker verbrannt haben und nun auch noch andere mit hineinreissen wollen oder dies bereits erfolgreich gemacht haben.
  • Für die interessierte Öffentlichkeit, die an diesem Fall einiges über Gutgläubigkeit, Bösgläubigkeit, Dummheit, Skrupellosigkeit und die Faszination mühelosen Geldverdienens erkennen kann.
  • Als wichtige Information für Menschen, denen gerade ein ähnliches Modell angeboten wird.
  • Als Quelle für Recherchen jedweder Art (strafrechtlich, wissenschaftlich, psychologisch, betriebswirtschaftlich etc.)

Eine Chronologie

1. Bannersbroker wird 2010 von Rajiv Dixit mit Bankkonto in Belize gegründet, Stellar Point führt die Geschäfte in Canada. Belize ist ideal als Offshore-Standort.

Hauptmerkmale einer belizischen IBC

Die Gesetzgebung in Belize bietet einige der flexibelsten Eigenschaften, die es heutzutage gibt, mit nur wenigen Gründungsanforderungen, einschließlich:

 

  • Ein Firmensekretär ist nicht erforderlich
  • Die Bekanntmachung der wirtschaftlichen Eigentümer ist nicht erforderlich
  • Bevollmächtigte Personen als Gesellschafter sind erlaubt
  • Von der örtlichen Steuer befreit
  • Anteile können mit oder ohne Paritätswert ausgegeben werden, in jeder Währung
  • Es müssen keine satzungsgemäßen Buchführungs- oder Auditsaufzeichnungen in Belize geführt oder eingereicht werden
  • Mindesteinzahlung auf das Kapital ist nicht erforderlich
  • Das Anteilsregister darf nur von einem Gesellschafter eingesehen werden
  • Jährliche Regierungsgebühr beträgt lediglich $100, wenn das genehmigte Stammkapital $50.000 oder weniger beträgt.

 

2. Rajiv Dixit, Kul Josun und Chris Smith, betreiben die Firma, wobei Chris Smith die Hautfarbe wechselt und deutlich zunimmt... 

 

3. Bannersbroker warb in 2010/2011 mit der Aussage “Banners Broker: Welcome to the worlds first cycler doubler, where you can double your money without signing up one person. Join for free and change your future today.” (Quelle: mit ziemlich besoffener Stimme, in (Cockney-)Englisch http://www.youtube.com/watch?v=4EqWryjg4qo&list=FLCkxQKG5CBXZ-qDmXe-ZhBg&index=2)

 

4. Im Jahre 2012 werden Verkaufs-Veranstaltungen u.a. in Irland und Indien durchgeführt, in denen Bannersbroker Partner auftreten, die angeblich sehr viel Geld mit Bannersbroker verdient haben. Die Zeitungen berichten von den einschlägigen Veranstaltungen mit einem an Peinlichkeit nicht zu überbietendem Interview mit dem irischen Statthalter von Bannersbroker, Ian Driscoll. Dieser verschwindet im Januar 2013 plötzlich, lt. Bannersbroker soll er Geld unterschlagen haben.

 

5. Die Aktivitäten in Indien muss Bannersbroker Ende 2012 einstellen, da die Behörden eine Untersuchung einleiten, inkl. Sperrung der Konten!

 

6. Die Begründung für die sagenhaften Renditen von Bannersbroker ist die Zugehörigkeit zum sogenannten Blind Network. Eben diese ach so erfolgreichen Geschäfte im Blind Network stellt Bannersbroker Ende August 2013 ein!

 

7. Bannersbroker vergleicht sich zwar dauernd mit Google und anderen Internet-Werbefirmen, die Werbung von Bannersbroker ist aber nahezu nirgendwo zu sehen - es gibt keine bekannten Kunden, niemand in der Internet-Werbewelt kennt Bannersbroker.

 

8. Bannersbroker begründet bis März 2013 seine Seriosität gerne mit Mastercard. Die Kreditkartengesellschaft kündigt am 13.3.2013 mit sofortiger Wirkung den Vertrag mit Bannersbroker.

 

9. Die Website von Bannersbroker wird im März 2013 von dem Hoster abgeschaltet und ist auch in den nächsten Wochen immer wieder offline.

 

10. Die Auszahlungen kommen seit Oktober 2012 immer wieder ins Stocken, mit immer abenteuerlicheren Begründungen werden die Partner hingehalten.

 

11. Bannersbroker plant erst eine Riesen-Convention in Canada, um diese dann plötzlich abzusagen und in allerkleinstem Kreis durchzuführen.

 

12. Terry Stern, der für Bannersbroker PR machen soll,  wird am 29.1.2013 von einem Affiliate-Spezialisten und Blogger öffentlich filetiert: http://finchsells.com/2013/01/29/banners-broker-qa-with-terry-stern/

 

Ich habe versucht alle Fakten übersichtlich zusammen zu fassen, keine vollständige Darstellung, damit man sich nicht stundenlang einarbeiten muss in dieses Thema. : Wer mehr wissen will

 

Vielleicht gibt es ja noch ein wichtiges Argument, was ich übersehen habe - ich bin sehr dankbar für Ergänzungen und Kommentare. Nur so können wir den Betrügern das Handwerk legen...

 

Euer 

 

Michael Zachrau

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