Microsoft kauft Nokia

Die Übernahme markiert das Ende einer Fehleinschätzung

Stephen Elop - der designierte Nachfolger von Noch-Microsoft-CEO Steve Ballmer, den nicht nur viele Ex-Nokia-Manager stark attackierten, hat am 3. September 2013 für ein Taschengeld von ca. 5 Milliarden € die Mobilfunk-Sparte von Nokia an Microsoft verkauft.

 

Zum Vergleich: das noch junge und vom Umsatz her sehr kleine Unternehmen Skype hat Microsoft sich für 6,5 Milliarden € einverleibt.

Damit handelt Microsoft folgerichtig und sichert ab, dass weiter Smartphones für Windows Phone gebaut und entwickelt werden. Microsoft verfügt über ca. 90 Milliarden US $ Dollar Cash-Reserven und zahlt die Übernahme aus der Portokasse.

From Zero to Hero

Mit der flächendeckenden, zuletzt weltweiten Verfügbarkeit von Mobilfunk und der damit einhergehenden Nachfrage-Steigerung für Handies in den 90-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts konnte sich Nokia als stärkster Player im Endgeräte-Markt etablieren: Die Geräte der Finnen galten als robust, ergonomisch und ästhetisch. Die Bedienerführung von Nokia-Handies war zweifellos wesentlich einfacher und intuitiver als etwa von Geräten der Marken Siemens oder Motorola.

So erlebte das Unternehmen Nokia einen beispiellosen Aufstieg von einem langweiligen Gummistiefel-Produzenten zu einem schillernden Global Player in der Telekommunikation.

Zur Jahrtausendwende war Nokia eines der meistbewunderten Unternehmen der Welt.

Die Wettbewerber wurden vollkommen unterschätzt

Dann änderten sich durch die Entwicklung eines völlig neuen Gerätetyps des genialen Steve Jobs - durch das iPhone - die Regeln des Marktes sehr radikal. Auf einmal sahen die aktuellen Smartphones und Handies der Wettbewerber von Apple uralt aus, denn Apple revolutionerte die Bedienerführung und Funktionalität durch die Markteinführung des iPhones in einer Weise, wie es selbst erfahrene Marktbeobachter und Branchen-Gurus nicht erwartet hatten.

Doch dabei blieb es nicht: Google setzte einen ersten Paukenschlag mit dem kostenlosen Navigations-Dienst Googlemaps und entwertete damit die Navigations-Aktivitäten von Nokia und anderen. Der zweite, noch heftigere Paukenschlag, war die Entwicklung des Android-Betriebssystems für Smartphones.

Da Android die wesentlichen Funktionalitäten des iOS beinhaltete, standen Geräteherstellern wie Samsung, LG, SONY & Co. ein alternatives Betriebssystem zur Verfügung, das zumindest die Entwicklung und Vermarktung von iPhone-ähnlichen Smartphones zuliess. 

2007-2010 hatte Nokia den neuen Wettbewerbern Google und Apple nichts Vergleichbares entgegenzusetzen, was zu dramatischen Marktanteilsverlusten bei Smartphones führte. Nokia verfolgte mit Symbian bis 2011 eine mäßig erfolgreiche Eigenentwicklung, konnte aber diese Plattform nicht für App-Entwickler attraktiv genug machen, im Gegensatz zu Apple mit iTunes und Google Play. Der ehemalige CEO von Nokia verglich sein Unternehmen mit einer brennenden Ölplattform, die man nur über den Sprung ins kalte Wasser verlassen kann. Mit dem Sprung war die Aufgabe von Symbian und die Hinwendung zu Windows Phone gemeint. (Elop kam von Microsoft)

 

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