Parteitag der Piraten - wenn Chaos Methode wird

von Michael Zachrau, Köln

Diese Partei will fast nichts und kann gar nichts - jedenfalls nicht Politik

Piraten schlagen sich die Köpfe ein
Sich gegenseitig den Kopf einzuschlagen, ist auch ein Politik-Stil

Der Parteitag der Piraten fängt emotional an: Johannes Ponader, der hochintelligente Ex-Hartz- IV-Empfänger wirkt erleichtert nach seiner Rede zu seinem Rücktritt.

Die Piraten müssen sich einen neuen Geschäftsführer suchen und der eigenwillige Ponader ein neues Publikum.

Er erntet kaum Beifall, denn er hat in dem einen Jahr seiner Amtszeit maßgeblich dazu beigetragen, dass die Piraten in der Öffentlichkeit viel anfängliche Sympathie verloren.

 

Seine Auftritte waren derart lächerlich und irritierend, dass ihm nicht einmal bei seiner letzten Rede die Basis dankte - zuviel hatte er versemmelt und für Dauerzoff gesorgt.

 

Wegen der anhaltenden Querelen in der Spitze der Piraten-Partei haben sich zuletzt massenhaft ehemalige Anhänger abgewandt.

Es geht um die Zukunft der Piraten-Partei - nicht nur um die Bundestagswahl

Nachdem sich das gesamte Führungspersonal selbst zerlegt hat, versuchen die verbliebenen Partei-Mitglieder auf dem Partei-Tag in der Oberpfalz alle offenen und strittigen Punkte auf einmal anzugehen.

 

Man hat sich sehr viel vorgenommen: Erst Personalien und Satzungsfragen, dann soll das Wahlprogramm endlich angegangen werden.

 

Nachdem die Umfragewerte zuletzt in den Keller gefahren sind, da der Öffentlichkeit nicht klar wurde, wofür die Piraten stehen (außer Selbstzerfleischung, freies Internet und Laptops) möchte die Partei nun ihr Nerd-Image loswerden, das sie sich selbst zugelegt hatte.

 

Durch die Steilvorlage der Deutschen Telekom, die mit ihren Flatrate-Veränderungen einen Sturm der Entrüstung (Angriff auf die Netzneutralität) hervorgerufen haben, könnte dieses Thema auch im Wahlkampf der Piraten eine große Rolle spielen.

 

Dazu hatten sich bereits die Verbraucherzentralen und selbst die Bundesnetzagentur eingelassen.

Zaghaft und dennoch angriffslustig

Das Chaos perfekt machen könnte der Versuch der Einführung einer "Ständigen Mitgliederversammlung". Diese Idee wird sehr kontrovers diskutiert und könnte die Handlungsfähigkeit der Partei-Funktionäre weiter einschränken.

 

Wie sehr müssen die Piraten ihre Oberen hassen...

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