Smarte Shopper zahlen mit dem Smartphone

Setzt sich das mobile Bezahlen mit dem Smartphone 2013 durch?

von Annette Messerschmidt, Köln

Mit der digitalen Geldbörse an der Supermarktkasse bezahlen- das ist seit  der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona nicht mehr Fiktion, sondern ein Trend, der sich in diesem Jahr in der Technologiebranche tatsächlich durchsetzen könnte:  wo bisher Kreditkarten mit unterschiedlichen PINs im bargeldlosen Zahlungsverkehr eingesetzt wurden oder Kleingeld für Parktickets, Busfahrkarten usw. bereitgehalten werden musste, soll jetzt das Smartphone für alle Transaktionen ausreichen.

Run auf einen lukrativen Markt

Zeit ist Geld- dies gilt auch für mobile Bezahlverfahren. Supermärkte, Händler und Gastronomie-Ketten haben die „Digital Wallets“ daher schon seit längerem im Blick und testen ihre Tauglichkeit beim Bezahlen im Vorbeigehen. Was technisch inzwischen möglich ist, könnte in Zukunft den Alltag vereinfachen, wenn es genügt, der Kassiererin das Handy/Smartphone hinzuhalten, das dann per Funksignal auf einen Chip den zu bezahlenden Betrag registriert und vom Konto abbucht. Das schafft nicht nur zufriedene Kunden, deren Wartezeiten an der Kasse verkürzt werden, sondern erhöht auch die Schlagzahl und damit den Umsatz in Handel und Gastronomie. Kein Wunder also, dass viele Anbieter rund um das mobile Bezahlverfahren in den Startlöchern stehen, um sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen zu sichern, wie es die Ebay-Tochter PayPal schon vorgemacht hat: Sie konnte bereits 2012 die Zahl ihrer mobilen Transaktionen in den USA von 3,9 auf 14 Milliarden Dollar steigern und rechnet nach Aussagen ihres Geschäftsführers David Marcus in diesem Jahr mit 20 Milliarden Dollar. Dicht auf den Fersen Square, ein Startup des Twitter-Gründers Jack Dorsey, das das Smartphone mit einem Aufsatz zu einem Kreditkarten-Terminal für kleinere Händler aufrüstete und dadurch in 2012 auf Anhieb Transaktionen von 10 Milliarden Dollar abwickeln konnte.

 

Technisch ist es seit einem Jahr möglich, die Kontaktlos-Funkchips problemlos in die SIM-Karte jedes Smartphone einzubauen. Anbieter dafür gibt es im Überfluss und in den unterschiedlichsten Kooperationen, denn bei der Abwicklung bargeldloser Geldgeschäfte sind neben Geräteherstellern und Einzelhändlern auch Mobilfunkbetreiber für die Datenübertragung und Banken für die Abwicklung involviert.

Bisher Zurückhaltung in Deutschland

Neben den Branchenriesen Deutsche Telekom, Google oder Apple und Samsung versuchen auch Startups wie SumUp, Payeleven oder iZettle den Einstieg in den deutschen Markt. Bisher (noch) vergeblich, denn die deutsche Skepsis gegenüber neuen Techniken sowie das Vorhandensein zahlreicher erprobter Zahlungssysteme wie Bargeld, Überweisung, Schecks, Lastschriftverfahren, EC- und Kreditkarten haben bisher einen Durchbruch des mobilen Bezahlsystems hierzulande verhindert. 

 

Um dem deutschen Verbraucher den Einstieg in das mobile Bezahlsystem per Smartphone  zu erleichtern, haben nun einige Unternehmen Übergangslösungen entwickelt: Bankkarten mit Funkchips etwa, die Sparkassen und Volksbanken bis 2015 einführen wollen oder Apps, wie sie die Starbucks-Cafés oder die Restaurantkette Vapiano für ihre Kunden programmiert haben. Und auch kleine Plastikaufsätze für Handys, durch die man den Magnetstreifen von Bankkarten zieht, sind bereits im Umlauf und erfreuen sich besonders bei Kleingewerbetreibenden, die sich keine teuren Abrechnungsterminals leisten wollen, zunehmender  Beliebtheit.

 

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