Was ist los mit Apple?

Apple Anleger und Apple Kunden schwer enttäuscht - Steckt ein Wurm im Apfel?

von Annette Messerschmidt, Köln

Apple, früher Trendsetter mit seinen innovativen Produkten iPhone, iPod und iPad sowie gigantischen Umsätzen und Gewinnen, befindet sich seit dem Tod ihres genialen Vordenkers Steve Jobs im Sinkflug. Neue bahnbrechende Produkte sind nicht in Sicht und die Aktionäre angesichts fallender Kurse aufgebracht. Für einen Strategiewechsel sieht Konzernchef Tom Cook dennoch keinen Grund.

Wem gehören die Milliarden an Barvermögen bei Apple - den Aktionären oder dem Fiskus?

Der Streit zwischen Aktionären und der Unternehmensführung eskalierte auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Cupertino am 28. Februar.

Die Aktionäre sind verärgert über den Kursverlust der Apple-Aktie von mehr als 30 Prozent in den letzten fünf Monaten und fordern eine Entschädigung aus den Geldreserven des Unternehmens, die mittlerweile auf 137 Milliarden Dollar angewachsen sind. Bereits im Vorfeld des Aktionärstreffens hatte der US-Hedgefondsmanager und Apple-Anteilseigner David Einhorn für Unruhe gesorgt, indem  er den Konzern auf Ausgabe von Vorzugsaktien, sogenannte „iPrefs“ verklagte und zumindest einen Teilerfolg erzielen konnte: eine einstweilige Verfügung, mit der eine Abstimmung auf der Hauptversammlung verhindert wurde, die eine Gewinnausschüttung erschwert hätte. 

 

Zu einer konkreten Zusage über eine Dividendenausschüttung ließ sich Apple-Chef Tim Cook dennoch nicht bewegen. Unter seiner Führung hatte der Konzern im März 2012 erstmalig seit 1994 im geringen Umfang eine Dividende ausgezahlt und ein Aktienrückkaufprogramm durchgeführt- abweichend vom Kurs seines Gründers Steve Jobs, der sämtliche Geldreserven lieber investierte, als die Aktionäre zu beteiligen.

 

Die Zurückhaltung der Unternehmensleitung hat auch steuerliche Gründe, denn der Konzern verdient Milliarden außerhalb der USA. Sollte das Unternehmen sein Auslandsvermögen einsetzen, um Dividenden für seine Aktionäre auszuschütten, müsste es diesen Betrag erst in die USA überweisen und würde dabei etwa 33 Milliarden Dollar an den Fiskus verlieren- für keinen der Beteiligten eine wirklich gute Option.

 

Zweifel an Cooks Führungs- und Innovationskraft

Zum Unmut der Aktionäre über die depressionsähnliche Mentalität des Konzerns, sein Vermögen zu horten, gesellen sich Zweifel und Ärger der Anleger über die augenscheinliche Visionslosigkeit Cooks, der es offenbar nicht schafft, durch bahnbrechende neue Produkte die Konkurrenten Google, Microsoft und Samsung in Schach zu halten.

 

Trotz aller Umsatzerfolge im Weihnachtsquartal blieb Apple hinter den hohen Erwartungen der Analysten zurück. Immer  höhere Entwicklungs- Fertigungs- und nicht zuletzt Marketingkosten für die vielen Produktneuheiten wirkten sich negativ auf den Gewinn aus und lassen bei vielen Beobachtern die Frage aufkommen, ob die Grenzen des Wachstums beim wertvollsten Unternehmen nicht schon längst erreicht sind.

 

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