Windows 8 - Verkäufe enttäuschen Microsoft

Beispiellose Werbekampagne

Microsoft-Logo vor Kölner Microsoft-Niederlassung
Microsoft muss sich erstmalig mit echten Wettbewerbern wie Google, Amazon und Apple auseinandersetzen

von Michael Zachrau 19.12.2012, Köln

Der Verkauf von Windows 8, das seit 26. Oktober auf dem Markt ist (wir berichteten), enttäuscht offenbar Microsoft.

 

Dabei hatte Microsoft einiges getan, um den Umsatz anzukurbeln: So verkündete CEO Steve Ballmer beim Launch in New York den Beginn einer neuen Ära bei Windows: „Wir haben Windows neu erfunden“.  Windows 8 laufe auf klassischen PCs und auf Tablets, es sei gleichermaßen perfekt für den Gebrauch am Arbeitsplatz als auch für die Unterhaltung geeignet. Erwartet wurden 670 Millionen Umsteiger mit einem bereits vorhandenen PC und 400 Millionen verkaufte Windows-Geräte jährlich.

 

Hersteller wie Acer, Asus, Samsung und Sony beteiligten sich an der Kampagne und versprachen mehr als hundert verschiedene Geräte dafür und Microsoft selber brachte erstmalig zur Einführung eines neuen Betriebssystems mit Surface auch die dafür passende Hardware auf den Tablet-Markt, den bislang die iPads und Android-Geräte dominieren.

 

Die Werbekampagne um Windows 8, Windows Phone 8 und das Surface war die bisher teuerste Marketing-Aktivität von Microsoft.

Enttäuschende Hardware-Anbieter

Bereits in den ersten drei Tagen gelang es Microsoft zwar, 4 Millionen Upgrades zu verkaufen, trotz interessanter Einführungspreise blieben die Verkaufszahlen aber weit hinter den Erwartungen des Softwareriesen zurück. Als Sündenbock müssen nun die PC-Hersteller herhalten. Die Redmonder werfen den Hardware-Partnern vor,  zum Launch im lukrativen Weihnachtsquartal mit der Lieferung interessanter High-End-Geräte hinterher zu hinken. Mit dieser einseitigen Schuldzuweisung macht es sich Microsoft allerdings ein bisschen sehr einfach. Zielführender hingegen wäre ein Blick auf eine Umfrage, die das Unternehmen Avast, ein Anbieter von Antivirus-Software, unter seinen Nutzern durchgeführt hat. Demnach wollen über 70 Prozent der US-Anwender bei ihrem bewährten Windows 7 bleiben und nur 9 Prozent würden sich für einen neuen PC mit Windows 8 entscheiden. Als Alternative zu Windows 8 liebäugeln immerhin 30 Prozent der bisherigen Anwender von Windows mit dem Kauf eines iPads und 12 Prozent würden einen Mac von Apple vorziehen.

Fazit

Vielleicht wäre Microsoft ja mehr damit gedient, ein den Androiden oder sogar dem iPad ebenbürtiges Tablet zu konstruieren, das einen tatsächlichen Mehrwert bietet, anstatt dem Verbraucher das Gefühl zu geben, Geld für im Grunde überflüssigen Schnickschnack auf zwar praktischen, aber minderwertigen Geräten als Plattform auszugeben.

Steve Ballmer hat noch immer nicht gezeigt, dass er Microsoft in der Ära nach dem legendären Bill Gates aus der Abwärtsspirale führen kann. Zeit für einen Trainer-Wechsel?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0