Mit Google Disavow schädliche Backlinks loswerden

Neues Google Tool zum Entfernen von nicht (mehr?;-)) erwünschten Links

von Michael Zachrau                     17.11.2012

Von Webmastern mit Spannung erwartet, hat Google Mitte Oktober ein neues Tool zum Entwerten von Links, die auf die eigene Website zeigen, gelauncht: das Google Disavow Links Tool.

„Disavow“ bedeutet so viel wie verleugnen, ablehnen, nicht anerkennen und bezieht sich auf Links, mit denen man lieber nichts zu tun haben möchte. Hintergrund waren die sogenannten „blauen Briefe“, mit denen Google Anfang 2012 viele Webmaster abmahnte, aus ihrer Sicht unnatürliche Links, die eine Manipulation der Suchergebnisse zur Folge hätten, abzubauen. Doch dies war zeitintensiv und schlichtweg nicht immer möglich, etwa im Falle von Spams. Eine erste Lösung des Problems fand Wettbewerber Bing schon im Juni 2012, was angesichts der Marktdominanz von Google hierzulande allerdings weitgehend unbeachtet blieb.

Nutzen und Risiken des Google Disavow Link Tool

Das Tool ermöglicht, Links zu entwerten, die auf die eigene Website zeigen. Wer eine Nachricht in den Webmaster-Tools darüber erhalten hat, dass „unnatürliche Links“ auf seine Seite zielen, kann von dem Tool profitieren. Und nur dann, wenn man Post von Google bekommen hat, sollte man diese Methode in Erwägung ziehen. In diesem Fall ist Google der Ansicht gewesen, „dass es sich um gekaufte Links, Linktausch oder mit anderen Methoden erzeugte Links handelte, die gegen unsere Qualitätsrichtlinien verstoßen.“ Wenn also alle anderen Möglichkeiten  ausgeschöpft sind, Spam- oder Low-Quality Links zu entfernen, aber immer noch problematische Links übrigbleiben, empfiehlt Google die Anwendung des Google Disavow Links, sozusagen als Ultima Ratio. Der oberste Spam-Beauftragte von Google, Matt Cutts warnt eindringlich vor dem leichtfertigen Gebrauch des Tools. Es gehört in die Hände erfahrener Webmaster und ist kein Spielzeug, um die eigene Domain mal schnell aufzupolieren.

 

Manche Insider der SEO-Szene argumentieren sogar, dass Google den Gebrauch des Tools als Eingeständnis der unter Hardcore-SEOs verbreiteten Praxis des Backlink-Einsatzes werten und den Einreicher unter Generalverdacht stellen könnte. Das würde vor allem diejenigen treffen, die in der Vergangenheit sehr umfänglich mit Links herumgesaut haben - also meiner Meinung nach genau die Richtigen! Unbescholtene Opfer von Spam-Links dagegen, die diese Technik nicht bei all ihren Webseiten angewendet haben, blieben von weiteren Massnahmen und Nachspürungen von Google verschont.

 

Wie funktioniert das Google Disavow Tool?

Voraussetzung ist zunächst ein eigener Webmaster-Tool-Account. Auf der Seite https://www.google.com/webmasters/tools/disavow-links-main

Links für ungültig erklären

wird man nach Eingabe der URL  aufgefordert, ein Textfile hochzuladen, in dem alle Links aufgelistet sind, die man entwertet haben möchte. Nach Beantwortung einer Sicherheitsabfrage startet der Vorgang- also ein unkompliziertes Verfahren, bei dem nur eine einfache Textdatei mit einer URL pro Zeile benötigt wird.

Links für ungültig erklären Funktion

Als Vorarbeit empfiehlt sich aber, die „Links zu Ihrer Website“-Funktion  in den Webmaster-Tools zu benutzen. Hier kann man sich alle aktuellen Links herunterladen und entscheiden, welche Links für ungültig erklärt werden sollen.

# Inhaber von spamdomain1.com am 01.07.2012 kontaktiert 

# für Anfrage zur Linkentfernung, aber keine Antwort erhalten domain:spamdomain1.com

# Inhaber von spamdomain2.com hat die Links bis auf folgende entfernt:

http://www.spamdomain2.com/inhaltA.html

http://www.spamdomain2.com/inhaltB.html

http://www.spamdomain2.com/inhaltC.html

Fazit

Noch mal Klartext: Ich empfehle ausdrücklich dieses Tool NICHT einzusetzen, es ist brandgefährlich und kommt einem Schuld-Eingeständnis gleich. Nur wenn alle anderen Webmaster-Richtlinien perfekt umgesetzt sind, könnte es eine Alternative für vollkommen unsichtbar gewordene Websites sein.

 

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